Moritz Rabeck
Buchcover von „Das letzte Porträt“ von Moritz Rabeck

Coming soonErscheint 2026 als eBook und Taschenbuch

Thriller · Falk & Neumann · Band 1

Das letzte Porträt

Ein Psychothriller aus Leipzig über einen Mörder, der die Zeit anhält, und einen Ermittler, der begreifen muss, dass er nicht der Einzige ist, der Muster erkennt.

Aufnahmegerät
Integrierte Hauptkamera
Belichtung
1/60 s · f/1.8 · ISO 200
Aufnahmedatum
Heute, 04:17 Uhr
Todeszeitpunkt
zwischen 00:00 und 02:00 Uhr

Die Bilddetails, die Clara Neumann in Kapitel 1 auf dem Display des Toten findet.

Das Buch

Er tötet nicht aus Wut. Er tötet für das Bild.

Ein Toter in einer Fabrikhalle in Leipzig-Plagwitz. Keine Wunde, keine Spur eines Kampfes, die Wertsachen ordentlich aufgereiht. Und auf seinem Handy ein Porträt, gestochen scharf, die Augen weit geöffnet – aufgenommen mehr als zwei Stunden nach seinem Tod.

Kriminalkommissarin Clara Neumann weiß, dass dieser Fall nicht nach Schema F zu lösen ist. Sie holt Dr. Vincent Falk dazu, den Fallanalytiker des LKA – einen Mann, der Verhalten liest wie andere Zeitungen und der seit einem Einsatz in Amerika weiß, was ein falsches Muster kostet.

Als in der nächsten Nacht die zweite Leiche auf einer Parkbank im Auwald sitzt, ist klar: Der Täter tötet nicht aus Wut. Er tötet für das Bild. Und er hat sein Publikum längst gewählt. Falk und Neumann haben achtundvierzig Stunden, bevor der Fall ihnen entzogen wird – dann taucht an einer Wand voller heimlicher Fotos ein Gesicht auf, das keines der Opfer ist.

Es ist Claras.

ReiheFalk & Neumann, Band 1
SchauplatzLeipzig
AusgabeneBook und Taschenbuch
Umfang261 Seiten

Leseprobe

Der Prolog

Das Rotlicht fraß die Farben. Es gab kein Blau mehr im Keller, kein Grün, keinen Ton von Haut; alles, was hier unten geschah, geschah in Schwarz und in einem stumpfen, blutigen Braun.

Er hielt die Glasplatte an den Kanten, zwei Finger links, zwei Finger rechts, und senkte sie in die Schale. Die Flüssigkeit schlug über dem Rand zusammen. Dann begann er zu zählen.

Bei sieben zeigte sich der erste Schatten. Bei zwölf eine Schläfe, ein Jochbein, die dunkle Höhle eines Nasenlochs. Bei zwanzig war da ein Gesicht.

Er beugte sich vor.

Es war gut. Es war beinahe gut. Die Stirn saß, der Winkel des Kinns saß, das Licht lief genau so über den Wangenknochen, wie er es berechnet hatte. Nur die Augen stimmten nicht. Sie standen offen, sie sahen in die Linse, und trotzdem war nichts darin. Kein Erkennen. Keine Tiefe. Vier Stunden brauchte die Haut, um zu werden, was er wollte. Vier Stunden hielten die Augen nicht durch. Er hatte es noch nie geschafft, beides zu bekommen, und was blieb, war das, was jeder Amateur mit einem Telefon zustande brachte: ein Toter, der aussah wie ein Toter.

Er richtete sich auf und wartete, bis das Zittern in seinen Händen nachließ.

Über ihm, jenseits des Gewölbes, fuhr eine Straßenbahn über eine alte Weiche. Der Schlag lief durch den Stein, durch die Tischbeine, durch die Schale, und für einen Moment kräuselte sich die Oberfläche der Flüssigkeit, sodass das Gesicht unter ihr sich zu bewegen schien. Er sah ihm dabei zu, ohne zu blinzeln. Dann war es wieder still.

Er zog die Platte heraus, hielt sie ins Licht und betrachtete sie noch einmal von der Seite. Ein Fehler, sagte er sich. Die Zeit. Immer die Zeit.

Mit dem Daumennagel kratzte er eine feine Linie durch die Emulsion, quer über die Stirn, so wie man einen Namen aus einer Liste streicht. Dann legte er die Platte auf den Stapel zu seiner Rechten. Es war nicht der erste Stapel.

Auf der Werkbank lag ein Bogen Papier, darauf eine Aufzählung in kleiner, gerader Füllerschrift. Vier Zeilen. Er zog einen dünnen, sauberen Strich durch die erste, ohne hinzusehen, und wischte sich die Finger an der Schürze ab.

Draußen begann es zu regnen, November, immer November in dieser Stadt.

Er drehte den Wasserhahn auf, spülte die Schale aus und stellte sie kopfüber auf das Abtropfbrett, wie er es seit zwanzig Jahren tat. Ordnung war die halbe Arbeit. Dann löschte er das Rotlicht.

Im Dunkeln stand er noch einen Moment und dachte an das nächste Gesicht. Er wusste bereits, wie es aussehen würde. Er wusste sogar, wie es riechen würde.

Er wusste nur noch nicht, wann.

So beginnt es. Kapitel 1 führt in eine Fabrikhalle in Plagwitz, an einem Novembermorgen um zwanzig nach sechs.

Die Reihe

Falk & Neumann

Die Operative Fallanalyse in Leipzig ist eine Projektgruppe auf Probe: vier Planstellen, ein Etat, der jedes Jahr knapper bewilligt wird, und ein Oberstaatsanwalt, der nur auf den Fehler wartet, mit dem er sie auflösen kann. Auf ihren Tisch kommen die Fälle, bei denen die übliche Ermittlungsarbeit nicht weiterkommt.

Jeder Band erzählt einen abgeschlossenen Fall aus Leipzig und Sachsen. Darüber spannt sich eine Geschichte, die mit dem ersten Band erst beginnt.

Dr. Vincent Falk

Fallanalytiker, LKA Sachsen

Ende vierzig, aufgewachsen in Suhl, ausgebildet bei der Verhaltensanalyse des FBI. Er liest Tatorte wie andere Menschen Handschriften. Am Handgelenk trägt er die mechanische Uhr seines Vaters, deren Ticken ihm beim Denken hilft.

Clara Neumann

Kriminalkommissarin

Anfang dreißig, hellwach, nie ohne ihr schwarzes Notizbuch. Wo Falk Muster sucht, hört sie zu, und Menschen erzählen ihr Dinge, die sie sonst niemandem sagen.

Mats Burger

Kriminalhauptkommissar

Ende fünfzig, dreißig Jahre Leipziger Kripo, ein alter Volvo und Akten auf Papier. Er glaubt an Klinkenputzen und an Beweise, die vor Gericht halten. Und er kennt jeden, der mit ihm im Regen steht.

Jonas Richter

IT-Forensiker

Ende zwanzig, die Kopfhörer immer um den Hals. Er findet in Handys, Servern und Funkzellen, was andere für gelöscht halten.

  1. Band 1Das letzte Porträt2026

Der Autor

Moritz Rabeck am Schreibtisch mit einem Manuskript

Moritz Rabeck

Moritz Rabeck wuchs in einer Kleinstadt am Rand des Thüringer Waldes auf, wo der Nebel morgens aus den Tälern steigt und in den Werkstätten seit Generationen mit Präzision gearbeitet wird. Nicht ohne Grund stammt auch sein Ermittler Vincent Falk aus dieser Gegend und kehrt immer dann dorthin zurück, wenn ihm die eigenen Gedanken zu laut werden.

Er liest selbst seit Jahren mit Vorliebe Krimis, und der Gedanke, einmal einen eigenen zu schreiben, begleitete ihn lange, ohne dass etwas daraus wurde. In diesem Sommer fing er einfach an, aus Spaß, ohne Plan und ohne Frist – und hörte nicht mehr auf.

Ihn interessieren Menschen, die mehr sehen, als ihnen guttut, und Geschichten, bei denen man erst am Ende merkt, wie früh die Wahrheit schon da war. Das letzte Porträt ist sein erster Roman und der Auftakt der Reihe Falk & Neumann.

Moritz Rabeck ist ein Pseudonym.

Erhältlich

Erscheint 2026 bei Amazon

eBook

Für Kindle und die Kindle-App auf Smartphone, Tablet und Computer.

Link folgt zum Erscheinen

Taschenbuch

261 Seiten, 15,2 × 22,9 cm.

Link folgt zum Erscheinen

Kontakt & Presse

Rezensionsexemplare, Lesungen, Presse

Buchblogger, Buchhandlungen und Redaktionen bekommen gern ein Vorableseexemplar als EPUB. Anfragen für Lesungen, besonders in Leipzig und Thüringen, sind willkommen.

moritz.rabeck@web.de